Es ist die berühmteste und verkehrteste Wanderung von Zion National Park. Warum? Weil die Strecke die Virgin River ist! Zion Canyon wird enger, bis es nur noch ein Paar zehn Zentimeter breit wird. Daraus ergibt sich, dass man zwei Drittel der Zeit im Wasser, zwischen hohen Felsen läuft. Dies ist sogar das Hauptinteresse dieser Wanderung, die laut Lonely Planet zu den zehn schönsten überhaupt gehört.
Es gibt zwei Lösungen, um diese nasse Wanderung zu machen:
- ein Weg ist, von einem privaten und kostenpflichtigen Pendelbus am Chamberlain Ranch Parking abgeliefert zu werden. Von da erreicht man den Sinawava Tempel in ca. 12 Stundepsteht auch die Möglichkeit, in einem der primitiven Campgrounds zu übernachten.
- möglich ist auch, eine Hin- und Zurückwanderung von 16 Kilometern ab dem Sinawava Tempel zu unternehmen. Wir wählen diese flexiblere und einfachere Option (weniger Gepäck, da kein Zelt, Rucksack usw. notwendig).
Die Wanderung in den Narrows muss trotzdem vorbereitet werden. Durch einen Besuch im Visitor Center erfahren wir mehr über die möglichen Gefahren:
- die Flash Floods (schon wieder!). In den Büssen, in der allgemeinen Dokumentation der Rangers sind beeindruckende Bilder von Hochwassern zu sehen. Slogans erinnern, dass man gegen die Flash Floods überhaupt keine Chance hat. der Durchfluss der Virgin River kann im Verhältnis 1 zu 100 in wenigen Stunden variieren. Aus diesem Grund ist es erforderlich, die letzten Hochwasserprognosen unmittelbar vor der Wanderung zu prüfen. Es beruhigt uns also an diesem 14. August, dass die Flash Floods heute "not expected" sind.
- Unterkühlung: das Wasser ist wärmer im Mittelmeer, obwohl die Luft hier heißer ist. Es besteht also das Risiko, die Bluttemperatur unter 37°c zu bringen, wenn man stundenlang im Wasser bleibt.
- verstauchte Fußknöchel und gebrochene Zehen: laut Parkzeitung nähert sich das Gehen in den Narrows dem Laufen auf Bowling Bällen. Es stimmt! Die Steine im Fluss sind rund und rutschig. Man braucht gute Schuhe und Stöcke.
- Dehydratation: im Wasser laufen reicht nicht, um gegen den Durst zu kämpfen. Und das Wasser der Virgin River ist nicht trinkbar.
Wir sind mit unseren Merrell Schuhen gewandert. Vorteile: gute, flexible Sohle, so dass wir gute Haftung so wie Schutz unserer Zehen haben. Die Merrell sind auch leicht und lassen sich gut in den Rucksack verstauen! Dazu eine wasserdichte Tasche, um manche Sachen wie Nicolas DSLR zu schützen, Wasser, einiges zu essen, und los!
Die erste Reaktion, als die Wanderung startet, ist: " Aua ist es kalt!". 16°c heute Morgen im Wasser. Mit der Zeit vergisst man, wie die Kälte die Füße beißt; man kann die Landschaft dann genießen (Video).
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Die Narrows ziehen leider viele Leute an, die zum Teil mit Flip-Flops auf dem rutschigen Steinen laufen. Mit steigender Schwierigkeit der Strecke nimmt die Anzahl der Wanderer ab, und wir sind fast nur noch alleine, als der Wasserpegel die Brusthöhe erreicht.
Wir gehen also gegen den Flussstrom. Meistens bleibt der Wasserpegel unterm Knie, und wir sind oft im Schatten, weil die Sonne die Tiefe der Schlucht nur während weniger Minuten gegen Mittag erreicht. Die Felsen werden alternativ beleuchtet, mal links, mal rechts. Es ändert sich nach jeder Flußschleife.
Nach Orderville Canyon, wird der Besuch intimer. Meistens laufen wir auf Steinen, queren aber ab und zu weiße Sandbanken durch, die unsere Füße entlasten. Nach 3,5 Stunden Plätschern erreichen wir Big Spring, einen Wasserfall, der die Virgin River versorgt. Es ist für uns die natürliche Grenze, an der wir zurückkehren sollen: weiter darf man nur mit einer Erlaubnis der Rangers. Wir essen in der Sonne auf einem größeren, flachen Stein, der mitten im kristallklaren Wasser steht. Heute ist unser Tisch eine Insel.
Mit steigender Temperatur am Nachmittag stellen wir fest, dass wir lieber im Wasser gehen als auf dem trockenen Boden. Nachdem wir mit der Erfahrung etwas sicherer auf den Steinen gehen, genießen wir diese Frische in der jetzt warmen Sonne. Es macht Spaß und ist stärkend. Wir lieben und empfehlen diese nasse Wanderung!
Nachdem wir sechs Stunden lang geplatscht haben, gelangen wir wieder den Anfang der Wanderung, wo viele Leute spazieren und baden. Das am frühen Morgen klare Wasser, das mittlerweile von hunderten Beinen gerührt wurde, ist jetzt schlammig geworden.






